Nach dem Törn ist vor dem Törn!

der Sturm hat uns auf unserem Törn zurück zu zwei Unterbrechungen gezwungen – die erste Unterbrechung in Blankenberge und die zweite in Ijmuiden. Da hat es dann recht sportlich mit 40kts Wind gekachelt.

Tim hat hier die Swallow verlassen und ist per Zug nach Berlin zurück. Am Abend vorher gab es noch ein kulinarisches Highlight – Sushi – all you can eat! im Kinko. Einen Tag später sind wir dann in einem Rutsch nach Hindeloopen.

Schleusenchaos
neuer Liegeplatz
wichtig ist nur die passende Kleidung

So nach 2 Monaten kann ich folgende Bilanz ziehen:

der Törn hat riesig Spaß gemacht, die Crew war Spitze! Schliesslich haben wir einige Wochen zusammen auf dem Schiff verbracht. Das Erfolgsgeheimnis einer guten Crew ist das gute Essen unterwegs. Da waren Hans-Jörg und Tim die perfekten Begleiter und Frankreich war genau das richtige Ziel.

Auch wenn wir nicht nach Portugal gekommen sind, so habe ich doch Einiges auf dem Törn gelernt. Das Wichtigste ist es, sich nicht unter Zeitdruck zu setzen. Wenn das Wetter nicht passt, dann muß man eben abwarten, bzw. die Törnplanung justieren. Obwohl wir mit über 2000sm ordentlich Meilen gefressen und uns wenige Pausen gegönnt haben, sind wir wieder nach Holland zurück. Ein Ratschlag, denn ich von Tom erhalten habe: „Wechselnden Crewmitgliedern sollte man entweder Ort oder Termin durchgeben, beides zusammen funktioniert in der Regel nicht“ kann ich bestätigen!

Spannend waren auch die Navigationen in den Gezeitenrevieren. Diese Etappen erfordern penibelst genaue Berechnungen der Strömungen. Bei bis zu 5kts Strom gegenan, kann das bei schlechtem Wetter recht gefährlich werden.

Die Swallow war absolut zuverlässig, wir hatten auf dem ganzen Törn keinerlei technische Schwierigkeiten.

Zum Glück ist ja nach dem Törn wieder vor dem Törn!

Sturm im Nacken

Das Tief was sich über die Biskaya hermacht, und damit unseren ursprünglichen Plan durckreuzte, sollte uns spätestens am 08. August einholen – Also mußten wir uns beeilen, um nicht noch auf der Strecke eine längere Pause einzulegen. Tim mußte am Montag wieder zurück in Berlin sein, also hatten wir recht lange Tagesetappen vor uns. Erst Roscoff, dann Cherbourg, Fécamp, Boulougne, Blankenberge und schliesslich Ijmuiden. Sehr früh raus, dafür Abends immer wieder lecker Essen gehen.

Roscoff hat mir persönlich sehr gut gefallen, klasse Marina, tolle Landschaft und wir hatten sogar ne Mieze an Bord!

Cherbourg wären wir gerne noch etwas länger geblieben – denn das Rolex Fastnet Race sollte hier enden. (klickt mal den link an – tolle Bilder)

Der Hafen in Cherbourg war schon voller Rennboote – da die Engländer immer noch ein Einreiseverbot haben, mußten die Franzosen kurz vor dem Start nach Cowes, UK segeln. Wir durften da ja auch nicht hin. (ist ja logisch, wenn man geimpft ist)

Leider mussten wir auf der ganzen Strecke häufig motoren, also auch öfters mal tanken – interessant die Zapfsäule in Cherbourg

Fécamp konnten wir leider nicht geniessen, obwohl der Ort auch sehr viel Charme hat. Wir konnten gerade noch Baguette und Wein kaufen, 07:30 waren wir schon wieder unterwegs Richtung Boulogne.

Boulogne kannten wir ja schon vom Hinweg – hier wurde ich dann doch noch ausser Gefecht gesetzt. Eine Miesmuschel hat mich aufgrund von Unverträglichkeit etwas schlechter schlafen lassen ……Egal, schnell noch am nächsten Morgen Baguette einkaufen und weiter gehts.

Baguette-Einkauf

Ich wurde schon etwas öfter gefragt, was man so auf dem Schiff den ganzen Tag so macht. Außer Segeln natürlich….Entweder daddeln, wenn es Empfang gibt oder was essen – man soll immer einen gut gefüllten Magen haben um der Seekrankeit vorzubeugen, stimmt wirklich

Ja – und Belgien wollten wir auch noch einmal checken – Pralinen, Bier, Kroketten standen auf unserem Plan. Wir sind in Blankenberge in der Marina gewesen um von dort mit der Strassenbahn nach Knokke zu fahren. Hier heißt es sehen und gesehen werden. Aber die Kroketten waren wirklich sehr gut.

belgische Spätromantik

Wobei wir es versäumt haben, belgische Waffeln zu essen – aber dafür war keine Zeit mehr, der Sturm rückte näher

Aufbruch am frühen Morgen nach Ijmuiden

Brest – Warten auf das Wetterfenster und Tasche

Wir sind dann am 26.07. in Brest angekommen – eine Stadt geprägt vom Hafen, Werften und dem Militär. Wir haben hier fast eine Woche verbracht und uns einiges anschauen können. Das Schiff wurde mal gewaschen, Motor gecheckt und kleinere Reparaturen konnten ausgeführt werden.

Die Idee war es nun auf Tim zu warten, der uns dann auf den Weg in die Biscaya begleiten sollte. Wir wollten am Sonntag den 1. August los. Für die Strecke braucht man ca. 2,5 Tage. Jeden Tag haben wir gespannt auf die Wettervorhersagen geschaut, denn das Azorenhoch hatte sich verflüchtigt. Im Vorfeld habe ich mit der Fa. Wetterwelt ein Wetterrouting gebucht. Die sagen einem dann wann der beste Zeitpunkt zum Losfahren ist, bzw. wie sich das Wetter auf der Route entwickelt. Am 30.07. haben wir dann mit Wetterwelt gesprochen und leider wurden unsere Befürchtngen bestätigt, daß in den nächsten Wochen die Biskaya von Sturmtiefs geprägt sein wird.

Was nun?

Hans-Jörg und Tim hatten nur noch begrenzt Zeit, so daß ich mich entschieden habe, das Projekt abzubrechen und zurück zusegeln. Tim war bereits im Anflug und wir haben uns dann am nächsten Morgen auf den Heimweg gemacht. Immerhin haben wir es bis nach Brest geschafft, der Törn war auf jeden Fall schon einmal ein guter Test für einen weiteren Anlauf.

Achso da war noch die Sache mit dem Fluggepäck von Tim – auf dem Flug nach Brest ist dann wohl die Tasche von Tim in Paris stecken geblieben. Zum Glück konnte die Tasche noch am Samstag abend zugestellt werden –

Don´t worry – die Geschichte geht weiter und schon am nächsten Tag sollten wir entschädigt werden!

Bonyour Monsieur Leroc!

Läuft doch! nach 8 Tagen sind wir nun in Brest angekommen. Klar, hätten wir auch auf der Strecke ein längeres Päuschen einlegen können aber wir haben einen Fixtermin zudem wir spätestens in Brest sein mussten. Tim kommt am 31.07. mit an Bord. Segeln geht nur nach dem Wetter und in dieser woche hatten wir den Wind immer von hinten, was natürlich wesntlich angenehmer ist. Erste Station war Zeebrugge-Belgien. Wir sind dort nachts angekommen aber gleich am nächsten Morgen weiter nach Frankreich Dünkirchen gefahren. Nette Marina aaber mit einem hässlichen Stahlwerk und Atomkraftwerk am Strand

Dreckswolke

So gleich ging es weiter nach Boulogne sur Mer – an dem Tag war zwar Flaute und wir mussten mal wieder unter Motor die Strecke absolvieren – dafür sattes Blau.

Boulogne war dann schon richtig französisch – mit Baguette – Meeresfrüchten und anderen Köstlichkeiten – Beeindruckt haben uns auch die Gezeiten – 7m ist schon ordentlich. Festgemacht wird übrigens immer seitlich an Schwimmstegen. In der Regel kündigt man sich über Kanal VHF 9 an und bekommt dann einen Platz zugewiesen. In der Bretagne wird man sogar von einem Mitarbeiter im Schlauchboot an den Platz geleitet. Der Service in Frankreich ist echt gut!

Nächste Station war dann Fécamp – eine schöne Stadt wo wir auch wieder hervorragend gegessen haben. Ihr merkt schon, Essen ist auf Segelreisen sehr wichtig! Viel frische Luft führt zu erhöhtem Kalorienverbrauch.

Von Fécamp ging es dann weiter nach Cherbourg – auf dieser Strecke haben wir mehrmals Delfine gesichtet – mehrmals haben sie uns für einige Minuten begleitet und sind fröhlich die Bugwelle gesurft. Bei aller Freude hatten wir dann aber vor Cherbourg ordentlich mit der Strömung zu kämpfen- 5 Knoten sind schon heftig. Unsere ETA ist von 18:30 auf 20.30 gefallen.

Cherbourg war bislang die beste Marina auf unserer Strecke, Top Einrichtung, Welcome Paket und Palmen!

Leider mussten wir wegen Wetterverschlechterung weiter – wir wären gerne nach Jersey abgebogen – durch das Aldernay Race, ein Gebiet mit bis zu 9 kts. Strömung aber leider sollte das Wetter sich ändern und wir wollten ja rechtzeitig in Brest sein. Also Kurs Roscoff daß war unsere längste Strecke mit einer Ankunftszeit nachts um 3.30 Uhr. Roscoff ist eine sehr schöne bretonische Stadt und wir haben uns dort auch sehr wohl gefühlt.

Crew-Wechsel in Amsterdam

am 14.07. sind wir in Amsterdam Marina angekommen – sehr gute und ruhige Marina mit direkter Fährverbindung zum Central Station – die Fähre F4 fährt zu Stoßzeiten alle 15 min und kostet nix!

Andrea und ich haben Do. und Fr. sightseeing absolviert. Nachdem die Inzidenzen in NL die letzten Tage nach oben geschossen sind, tragen die Niederländer wieder vermehrt Maske und sind auh ein wenig nervös.

den Rest von Amsterdam kennt ihr ja….Coffeeshop usw.

Sa ist dann Hans-Jörg wieder an Bord gekommen – wir sind dann direkt durchgestartet nach Ijmuiden und haben dort lecker am Strand Abend gegessen.

De historische driehoek

Mit der Dreier-Flotille ging es dann rüber zu den historischen Städten am Ijsselmeer. Gestartet haben wir mit Medemblik. Von dort ging es dann ohne Weingartz weiter Richtung Enkhuizen und anschließend nach Hoorn. Übrigens das Kap Hoorn ist nach dem Herkunftsort des Schiffskapitän benannt worden, der damals das Kap als erster umrundete. Tom möchte übrigens dieses Jahr mit seinem Kat auch das Kap Hoorn umrunden – Die Städte hatten ihre Blütezeit im 17. Jahrhundert aus dieser Zeit stammen auch die vielen historischen Gebäude.

Hindeloopen – we are back

Nach 10 Jahren sind wir wieder in unserem alten Heimathafen angekommen – Hindeloopen ist einer der schönsten Orte in NL und die Marina ist auch 1. Klasse. Es gibt sogar Tennisplätze, Squashcourts, einen sehr guten Servicebetrieb, eine Yachtzubehörladen und ein Restaurant; und den Streichelzoo nicht zu vergessen. Ich finde da kann sich die Hohe Düne eine Scheibe von abschneiden.

Stadthafen Hindeloopen

Wir haben dann unsere Segelfreunde aus Meerbusch wiedergetroffen, erst sind uns Rainer und Claudia Schavan über den Weg gelaufen. Wir haben einen netten gemeinsamen Abend verbracht. Bei der Gelegenheit haben wir uns das neue Boot der Schavans angeschaut; das Boot war auch schon einmal in der Karibik, alle Infos zu dem Boot auf folgender Internetseite: https://sy-ithaka.blog/yacht-contest50cs/

am nächsten Tag haben wir einfach Hindeloopen genossen, bei frischem Hering und Kibbeling

Freitag Abend sind dann Gisa und Jochen Weingartz eingetroffen – unsere alten Segelfreunde aus Osterath. Wir haben ein tolles gemeinsames Wochenende verbracht.

Wiedersehen mit Gisa und Jochen

Die Weingartz haben auch ein neues Schiff am Start – eine Contest 40S ein tolles Schiff mit klasse Gin Tonic- Sitzen und einem großen Achterdeck

Contest 40S Achterdeck

Die Lampe auf dem Bild ist von Tchibo und wurde vor einiger Zeit von Jochen erworben – scheint aber aktuell vergriffen zu sein.

Ja und dann haben wir auch noch Beate und Tom kennengelernt. Tom ist ein alter Hockeyfreund von Jochen. Es gab viel zu erzählen, denn Tom hat einen großen Katamaran der derzeit in Brasilien liegt. Tom ist echter Langfahrtsegler und kennt sich bestens mit Revieren und Technik aus. Wir wissen jetzt auch was ein Wassermacher kostet. Seine Stories könnt Ihr auf seinem Blog nachlesen.

Nach 55 Brücken – endlich wieder segeln!

von Groningen ging es weiter über die Staande Mastroute –

vorbei an Dokkum wo ein Brückengeld bezahlt werden mußte. Einige der wenigen Brücken wo wir ein wenig warten mussten. Die übrigen Brücken waren kostenfrei und gingen in der Regel schneller!

Wir sind dann durch Leeuwarden und wollten dort nicht anlegen – sind einfach weitergefahren – bis wir dann um 21:00 Uhr vor einer bis zum nächsten Morgen geschlossenen Brücke festgemacht haben.

Und dann noch schnell eine Videokonferenz mit Malte – der am nächsten Tag seine Abschussprüfung zum Bachelor hatte. Was heute alles geht – und er hat natürlich bestanden

Am nächsten Morgen bei flotten 6 bft durchs Sneeker Meer nach Lemmer

und am nächsten Tag endlich wieder Segeln!

Nederland op zijn best

Freitag, den 02. Juli in Groningen angekommen und gerade noch mit der letzten Brückenöffnung im Oosterhaven festgemacht. Die Marina liegt direkt in der Stadt, also perfekt für Bierje und Frikandel. (Wir sind jedoch Vegeatrier – gibt es schon vegane Frikandel in NL?)

Marina Oosterhaven

Wir lagen neben zwei schwedischen Yachten, die über die Staande Mastroute in die Karibik fahren wollen. Der Samstag war dann Sightseeing und Schlemmen angesagt

Marktplatz Groningen

Die Stadt isr recht quirlig, mit vielen Cafe´s, Kneipen und Geschäften – auch interessant das Forum, eine Art moderne Bibliothek – Mit meiner Höhenangst war dies eine echte Challenge –

Forum Groningen

Am Sonntag ging es dann durch die Kanäle wieder raus auf die Staande Mastroute – allein in Groningen mußten wir ca. 15 Brücken passieren, die für uns sowie den Schweden geöffnet wurden. Hierzu fahren zwei Brückenwärter mit dem Fahrrad nebenher und öffenen die Brücken so, daß wir kaum anhalten mussten.

Weiter durch die schöne Landschaft von Frieland – fest gemacht haben wir dann in Lauwersoog.